Saturday, 7. january 2012 6 07 /01 /Jan. /2012 15:08

Wer schon ganz trocken hinter den Ohren ist, darf getrost weiterlesen. Die restlichen Leser legen dieses Buch lieber gleich wieder beiseite.  

  

Prolog

Es waren einmal ein Robert und eine Birgiene.

Nun kam die Zeit, als sie nichts Besseres zu tun hatten und ihre sieben Sachen packten...

 

Vorbereitungen der Reise(n) nach Malawi und Abflug

Es ist ein Tag gegen Ende September, ein Tag wie jeder andere.

Bewaffnet mit zwei großen und zwei kleinen Rucksäcken, einem Koffer, einer Tragetasche und fünf Währungen in der Hosentasche geht die Reise mittags los.

 

Es fängt ja alles recht gut an: Wir müssen während der Fahrt zum Flughafen auch noch an die „Allianz“ für die Reisekrankenversicherung überweisen. Dazu sollen obendrein das Handy und die Wohnungsschlüssel sowie die Monatskarte bei Christian im Buchladen sichergestellt werden.

Im gesamten Durcheinander der letzten Tage hatten wir das partout vergessen.

Wäre wenigstens unser unser Freund Erwin mit seinem schnuckeligen klitzekleinen, feuerroten Opel Corsa zur Stelle gewesen wie im letzten Jahr. Er hatte uns damals gleich von zu Hause abgeholt. Zum Stuttgarter Flughafen rasen Leute wie Erwin höchstens eine Autorenn-Stunde. Ja, Erwin Fuchs fehlt uns dieses Mal tatsächlich sehr.

Dieses Mal fliegen wir jedoch vom Münchener Flughafen ab. Dort angekommen, können wir schon mal mit der Mimba shaken. Auf gut Deutsch übersetzt heißt das: Mit dem Unterleib schütteln. Eine Gruppe von Kenianern gibt uns eine Sondervorstellung und das mitten im Getummel der Wartehalle des Flughafens mit dem ehrenwerten Namen Strauss. Mit einem Laptop werden nette kenianische Melodien abgespielt, wobei eine ausgelassene mobbelige Dame ihren Hintern nebst Vorderpartie kräftig im Takt der Musik umher schwenkt. Da lasse ich es mir nicht nehmen, zu fühlen, wie solch ein Tanz überhaupt möglich ist: Unterteil vorschwenken, zurück, aaah ja, im Kreise nach vornedrehen und wieder den unteren Bauchteil nach hinten ausrenken, oooh, klick, aaah! Nach einigen Versuchen folgen die ersten Kreuzschmerzen.

Endlich im „großen Vogel“ angekommen, warten alle gespannt auf den nun bald folgenden Start. Aber dieser will und will nicht kommen. Da wird das Gepäck von jemandem hinausbefördert, das sonst statt in München in Mombasa angekommen wäre. Oh, wen haben wir denn da? Unsere „shaking“ (sich schüttelnde) Madam von vorhin sitzt in direkt eine Reihe vor uns. Doch die hat nun Sorgen ganz anderer Art: Flugangst. Also besteht sie beharrlich darauf, man solle ihr die Tür nach draußen öffnen. Kulanterweise erfüllt das Bordpersonal ihren Wunsch noch vor dem Start. Der findet nun genau zur Geisterstunde statt, nachdem wir schon drei geschlagene Stunden darauf vergeblich gewartet haben. Ein „gutes“ Omen für alle Geister, die in den nächsten Monaten noch kommen sollen.

So sind wir schon dankbar, als wir tatsächlich in die Lüfte abheben. So wie wir haben wohl die meisten Insassen des Touristenbombers das Gefühl, eine Ölsardine in der Dose zu sein.

Von dem „Schappi“, das hier an Bord „Mahlzeit genannt wird, können wir satt werden, mehr aber nicht.


 

In Kenia

 

Zerquetscht und ausgelaugt müssen wir nun am anderen Tag den kenianischen Behörden am Flughafen standhalten: Pässe vorzeigen, ausgefüllte Visa-Anträge dazu, das erste Mal auf kenianischem Boden Knete abdrücken- das Eintrittsgeld für das Land, Visa genannt. Auch der Zoll will noch einiges von uns wissen. Gefilzt werden aber andere. So können wir ungehindert unser „bescheidenes Gepäck“ in die warme afrikanische Freiheit befördern. Wie kommen wir aber nun nach Mombasa und zu Roberts Freund Thomas? Hält letzterer immer noch im Sundowner Restaurant am Diani-Strand seine Schäfchen in Schach? Keine Stadtbusse oder gar Quetschkisten sind zu sehen, nur die vielen Reiseunternehmen und Taxifahrer, welche auch immer ein gehöriges Scheibchen vom großen "Kuchen" im Tourismus abhaben wollen, natürlich.

Guten Appetit allerseits.

 

Ich sorge  mich ernsthaft: „Wie kommen wir bloß am sichersten zum Diani Beach, damit uns so ein Dilemma wie vor einem Jahr in Nairobi nicht wieder passiert?“

Damals waren wir das erste Mal seit drei Jahren wieder auf afrikanischem Boden, in Nairobi, gelandet und das auch noch nachts. Ein Taxifahrer brachte uns in die Innenstadt, weil keinerlei öffentliche Busse mehr fuhren. Dort wollten wir zu meinem Leidwesen auch sofort eine Weiterfahrt nach Mombasa kaufen. Der sehr hilfsbereite Taxifahrer brachte Robert zu einem Ticketstand am Busbahnhof, während ich im Fahrzeug mit all unserem Gepäck wartete. Mir kam es vor, als verrann eine Stunde nach der anderen. Inzwischen erschienen aus dem Dunkel Gestalten von allen Seiten he. Sie schlichen langsam, aber zielsicher auf das Vehickel mit mir als ein Teil des Autoinventars  zu. Das gab mir das sichere Gefühl, ein von Habichten gejagter Hase zu sein: „Oh großer Gott! Ist wohl alles aus, was geb´ ich zuerscht her…?“ Immer näher tasteten sich die gespentisch wirkenden Schatten vor, genauso wie Löwen ihre Beute anschleichen. Diese dunklen Typen hatten doch nichts Gutes im Sinn. Der Kreis um mich herum zog sich mehr und mehr zusammen. Nur noch ein paar Schrittchen. Was dann? Ja Mensch, wo bleiben denn Robert und der Fahrer? ... Oh, da! Gottseidank, die Polizei tauchte zufällig auf, in diesem Falle wahrhaftig meine Retter in letzter Minute! Mit einem Male waren diese Gestalten wie im Nichts aufgelöst - verschwunden. Nur wenige Minuten später waren auch Robert samt Fahrer wieder da und beide wunderten sich über den recht bedepperten Eindruck von mir.

Aber dieses Mal waren wir ja nun direkt in Mombasa gelandet und das bei Tageslicht. Da waren wir zumindest in dieser Beziehung sicher, denn hier kannte sich Robert auch aus.

Siehe da: ehe wir es uns versehen haben,  landen wir in einem Taxi, mit dessen Fahrer wir noch bis nach der Likoni- Fähre zum Diani-Strand über den Preis herumfeilschen. Zuerst geht es um 4.500 Schillinge, bis zuletzt 2.500 Schillinge (etwa 28 €) herauskommen, gerade als wir aussteigen - an unserem Bestimmungsort, dem Sundowner Restaurant.

So einfach und bequem sind wir dieses Mal gleich an unseren Bestimmungsort gebracht worden? Unterwegs heißen uns schon mal die Affen an der Straße herzlich willkommen.

Unser Freund Thomas ist leider ausgebüchst nach Westkenia zu seinen Verwandten. Später sollen wir erfahren, was es damit auf sich hat. Nachdem wir uns in Thomas` Haus notdürftig eingerichtet haben, pirschen wir uns auch noch am gleichen Abend auf verschlungenen Pfaden in der Nähe durchs Gebüsch.

Plötzlich sichten wir das ehemalige Boko-Boko, als wir uns wieder in die Zivilisation zurückbegeben wollen. Im letzten Jahr hatten wir diese Lokalität aufgesucht, weil wir nach unserer damaligen Ankunft bei Nacht nichts Besseres - oder besser gesagt – nichts Billigeres gefunden hatten. Die Besitzerin, stellt sich dieses Mal gleich vor: Die lebhafte zierliche Person namens Frau Früchtlein eröffnet uns, auch mit dem gleichen „Riesenvogel“ hierher geflogen zu sein wie wir. Potz Blitz noch a moal! Dabei hatten wir im letzten Jahr reichlich gelöhnt für die Bleibe in ihrem Cottage.

Das fruchtige Energiebündel  vermietet fünf sehr schöne Hütten an Urlauber und will irgendwann ausbauen. Sie studierte Jura und kommt aus Sachsen.

Nun will sie einen Verein aufziehen zur Förderung der Bildung in den armen, ländlichen Gebieten Kenias.

 

Wie geht es weiter? Wartet auf das, was bald folgt...

 

 

von Birgiene - veröffentlicht in: Afrika - Community: Freunde von Active Aid in Afrika
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  • Freiheitsliebend Malawi Charitativ und aktiv Auf den Spuren von Livingstone Nie daheim
  • Pendle zwischen drei Kontinenten. Mein Lebenstraum ist, dass wir es schaffen, nach und nach die Erde zu begrünen. Ich habe mit meinen Freunden in Active Aid in Africa auf südmalawischem Boden damit begonnen.

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